Low-, Mid- und High-Content im Vergleich

Mid-Content-Buch

Die 3 Buchkategorien für Amazon KDP: Low-, Mid- und High-Content im Vergleich

Wer bei Amazon KDP veröffentlichen möchte, steht vor einer grundlegenden Frage: Welche Art von Buch soll es sein? Nicht jedes Buchprojekt erfordert hunderte Seiten durchgehenden Text. Tatsächlich lassen sich Bücher für den Self-Publishing-Markt in drei Hauptkategorien einteilen: Low-Content, Mid-Content und High-Content. Jede hat ihre eigenen Stärken, Zielgruppen und Produktionsanforderungen.

In diesem Artikel schauen wir uns die Unterschiede an – und für wen welche Kategorie am besten geeignet ist.

Was sind Low-Content-Bücher?

Low-Content-Bücher enthalten wenig bis gar keinen Text. Der Wert liegt nicht im Lesen, sondern im Nutzen durch Interaktion. Der Käufer soll das Buch aktiv verwenden – zum Schreiben, Planen, Zeichnen oder Festhalten.

Merkmale von Low-Content-Büchern:

 

    • Minimaler oder sich wiederholender Inhalt

    • Fokus auf Layout und Struktur

    • Käufer füllt das Buch selbst aus

    • Relativ einfach und schnell zu produzieren

    • Hohe Designqualität wichtig (Cover + Innenlayout)

Typische Beispiele:

 

    • Notizbücher (liniert, kariert, blanko)

    • Tagebücher & Journals (Dankbarkeitstagebuch, Reisetagebuch)

    • Planer (Wochenplaner, Monatsplaner, Hochzeitsplaner)

    • Logbücher (Leselogbuch, Trainingslogbuch, Reiselogbuch)

    • Malbücher (für Kinder oder Erwachsene)

    • Gästebücher (Hochzeit, Geburtstag, Ferienwohnung)

    • Passwort-Bücher

Für wen geeignet?

Low-Content ist ideal für Einsteiger, Designer oder alle, die ohne großen Zeitaufwand skalierbare Produkte erstellen wollen. Auch als Einstieg in den Amazon-Markt sehr gut geeignet – allerdings ist die Konkurrenz hoch, weshalb ein professionelles Design und smarte Nischenwahl entscheidend sind.


Was sind Mid-Content-Bücher?

Mid-Content-Bücher sind die Brücke zwischen Low und High. Sie enthalten strukturierte Inhalte mit Mitmach-Elementen, kombinieren also Information mit Interaktion. Der Leser bekommt Wissen oder Unterhaltung, soll aber auch selbst aktiv werden.

Merkmale von Mid-Content-Büchern:

 

    • Mischung aus Text und Interaktionsflächen

    • Klare Struktur, aber nicht durchgehend Fließtext

    • Oft thematisch fokussiert

    • Mehr Aufwand als Low-Content, aber weniger als klassische Sachbücher

    • Gut geeignet für visuelle Gestaltung

Typische Beispiele:

 

    • Mitmach-Bücher (z. B. „Mein Achtsamkeits-Journal“ mit Fragen + Platz für Antworten)

    • Fun-Fact-Bücher (kurze Texte + Illustrationen)

    • Quiz- und Rätselbücher (mit Antworten im Anhang)

    • Workbooks (z. B. zu einem Kurs oder Thema, mit Übungen)

    • Geführte Tagebücher (mit Prompts, Reflexionsfragen, Zitaten)

    • Aktivitätsbücher für Kinder (Geschichten + Ausmalseiten + kleine Aufgaben)

    • Geschenkbücher (z. B. „52 Gründe, warum ich dich liebe“ – mit Textvorlagen + freien Feldern)

Für wen geeignet?

Mid-Content passt gut für Menschen, die Inhalte strukturieren können, aber keine Romane schreiben wollen. Auch für Coaches, Trainer oder Content Creator, die ihr Wissen kompakt und anwendbar verpacken möchten, ohne ein 300-Seiten-Fachbuch schreiben zu müssen.


Was sind High-Content-Bücher?

High-Content-Bücher sind klassische Bücher mit durchgehendem Text. Hier steht der Inhalt im Mittelpunkt – sei es eine Geschichte, Fachwissen, Lebenshilfe oder Unterhaltung. Der Leser kauft das Buch, um es von vorne bis hinten zu lesen.

Merkmale von High-Content-Büchern:

 

    • Umfangreicher, zusammenhängender Text

    • Hoher Aufwand in Recherche, Schreiben, Lektorat

    • Professionelle Qualität wird erwartet

    • Oft über 100 Seiten, häufig 200–400 Seiten

    • Langfristige Investition in Autorität und Marke

Typische Beispiele:

 

    • Romane (Krimi, Liebesroman, Fantasy, Science-Fiction)

    • Sachbücher (Biografien, Wissenschaft, Geschichte)

    • Ratgeber (Gesundheit, Business, Persönlichkeitsentwicklung)

    • Fachliteratur (Lehrbücher, Studienbücher, Anleitungen)

    • Kinderbücher mit längeren Geschichten

    • Kochbücher mit umfangreichen Rezepten und Hintergrundinfos

Für wen geeignet?

High-Content ist die richtige Wahl für Autoren, Experten oder Menschen mit einer klaren Botschaft. Wer ein Buch als Autoritäts-Tool nutzen möchte – etwa als Coach, Berater oder Speaker – setzt häufig auf High-Content. Auch Romanautoren und Sachbuchautoren bewegen sich naturgemäß in dieser Kategorie.

Der Aufwand ist deutlich höher, aber auch die Wirkung: Ein gutes High-Content-Buch kann nachhaltig Vertrauen, Sichtbarkeit und Reputation aufbauen.


Die drei Kategorien im direkten Vergleich

Kriterium Low-Content Mid-Content High-Content
Textmenge Sehr wenig Mittel Viel
Interaktion Hoch (Nutzer füllt aus) Mittel (geführt) Gering (Nutzer liest)
Produktionszeit Kurz Mittel Lang
Designaufwand Hoch Mittel bis hoch Mittel
Konkurrenz Sehr hoch Mittel Hoch, aber spezifischer
Skalierbarkeit Sehr gut Gut Begrenzt
Autorität-Faktor Gering Mittel Hoch


Welche Kategorie passt zu dir?

Die Wahl hängt von deinen Zielen, Ressourcen und Fähigkeiten ab:

Wähle Low-Content, wenn du:

 

    • schnell starten und testen willst

    • mehrere Produkte parallel aufbauen möchtest

    • Design-Skills hast oder einkaufen kannst

    • keine langen Texte schreiben willst

Wähle Mid-Content, wenn du:

 

    • eine klare Expertise hast, aber kein „High-Content-Buch“ schreiben willst

    • Leser aktivieren und einbinden möchtest

    • etwas Einzigartiges mit Mitmach-Charakter schaffen willst

    • eine gute Balance aus Aufwand und Wirkung suchst

Wähle High-Content, wenn du:

 

    • langfristig als Experte oder Autor positionieren willst

    • eine Geschichte oder fundiertes Wissen teilen möchtest

    • bereit bist, Zeit in Recherche, Schreiben und Qualität zu investieren

    • mit deinem Buch Autorität und Vertrauen aufbauen willst


Fazit: Nicht jedes Buch braucht 300 Seiten Text

Amazon KDP bietet Raum für alle drei Buchkategorien – und jede hat ihre Berechtigung. Low-Content ist perfekt für Einsteiger und skalierbare Produktlinien. Mid-Content verbindet Information mit Interaktion und eignet sich hervorragend für Nischenthemen. High-Content bleibt der Klassiker für alle, die tiefgehend, emotional oder fachlich überzeugen wollen.

Die gute Nachricht: Du musst dich nicht für immer festlegen. Viele erfolgreiche Self-Publisher starten mit Low- oder Mid-Content, bauen Erfahrung auf – und veröffentlichen später ihr großes High-Content-Projekt.

Wichtig ist nur eines: Starte. Denn das beste Buch ist das, das tatsächlich veröffentlicht wird.

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